„Community, Kultur, Spiritualität“ – Farah Deen im Offstage Podcast beim Summer of HipHop 2025
Beim Summer of HipHop 2025 wurde eine ganz besondere Bühne geschaffen – abseits der Dancefloors, Battleräume und Workshop‑Studios: ein eigenes Podcast‑Studio, eingerichtet für Mark Gerowski und seine Offstage Podcast‑Reihe. Über mehrere Tage hinweg führte Mark intensive Gespräche mit Tänzer:innen, Creatives und Lehrer:innen, die beim Festival teilnahmen. Dabei ging es nicht nur um Technik oder Performance, sondern um Haltung, Wurzeln, Kultur und das, was Tanz wirklich bedeutet.
Ein Highlight dieser Reihe war das Gespräch mit Farah Deen – Tänzerin, Choreografin, Mitgründerin des Streetdance‑Festivals Flavourama und eine prägende Persönlichkeit der House Dance Community Europas.
Ein Blick hinter die Bewegung: Wie Tanz zur Identität wird
Farah startete ihren Weg im Tanz bereits früh – vom österreichischen Volkstanz über Hip‑Hop bis hin zu internationalen Battles. Sie berichtet offen von ihrem Weg in der Tanzszene, von Crew‑Formationen, Reisen durch Europa und die USA, sowie von der Gründung ihres eigenen Events. Dabei wird schnell klar: Für Farah ist Tanz mehr als ein Job – er ist Ausdruck von Identität, Community und Verbindung.
Im Podcast teilt sie auch sehr persönliche Einblicke darüber, wie kulturelle Wurzeln ihre Perspektive auf Tanz beeinflussen: Aufgewachsen zwischen Österreich und Sri Lanka, mit Einflüssen aus beiden Welten, hat sie gelernt, Bewegung als Ausdruck innerer Vielfalt zu verstehen. Dieses Bewusstsein spiegelt sich nicht nur in ihrer Performance, sondern auch in ihrer Arbeit als Lehrerin, Organisatorin und Mentor wieder.
House Dance als Kultur: Mehr als nur Schritte
Ein zentraler Teil des Gesprächs drehte sich um House Dance – nicht als reine Technik, sondern als soziales, kulturelles und spirituelles Phänomen. Farah beschreibt House nicht nur als Tanzstil, den man im Studio lernt, sondern als Ausdruck einer kulturellen Geschichte, die tief mit Community, Freiheitsgefühl und Zugehörigkeit verbunden ist.
„House ist für mich mehr als Tanz. House ist Spiritualität. Es ist ein Gefühl von Freiheit, von Sein und Ausdruck – und es entsteht, wenn Musik, Körper und Gemeinschaft zusammenkommen.“
Im Gespräch betont sie immer wieder, dass House Dance ohne Community nicht denkbar ist: Die gemeinsame Erfahrung in Clubs, Battles oder einfach im gegenseitigen Austausch sei das Herz dieser Kultur. Anders als viele Tanzstile, die primär im Studio gelehrt werden, betont House seine Wurzeln in Club‑ und Partykultur, wo Tanz nicht nur Technik, sondern sozialer Ausdruck ist.
Von New York nach Europa: Geschichte, Kontext und Verantwortung
Farah ist nicht nur Tänzerin, sondern sieht sich auch als "Forscherin" – sie hat sich auf eine persönliche Reise begeben, um die historischen Wurzeln des House Dance in New York zu verstehen. Dort, so erzählt sie, war House Dance Teil einer besonderen Community und sicherer Treffpunkt für Menschen, die sonst oft ausgeschlossen waren. Diese Safe Spaces waren nicht nur Tanzräume, sondern Orte der Akzeptanz, Freiheit und Solidarität.
Beim Interview geht sie auch auf die Herausforderung ein, diese ursprünglichen Werte in die europäische Szene zu tragen – ohne sie zu kopieren, aber mit Respekt für Herkunft, Geschichte und politischen Kontext. Für Farah bedeutet House heute auch, über Inklusion, Anerkennung und soziale Verantwortung zu sprechen – sowohl in Clubs als auch auf der Bühne und im Studio.
Spiritualität im Tanz: Der Körper als Weg, nicht nur als Werkzeug
Ein weiterer berührender Teil des Gesprächs handelt von
Spiritualität und Flow‑Zuständen im Tanz. Farah sprach offen über innere Konflikte mit Religion, über die Suche nach etwas Größerem und darüber, wie bestimmte Tanzmomente – besonders im House – sich fast
heilig
anfühlen können. Für sie sind diese Momente nicht nur körperlich, sondern auch emotional und spirituell bedeutsam: eine Erfahrung von
Loslassen, Verbindung und purem Sein.
„Wenn ich in einen Zustand komme, in dem mein Körper tanzt und mein Kopf aufhört zu denken… dann fühle ich diese Spiritualität. Es ist wie eine Verbindung mit etwas Größerem.“
House Dance als Alltag, als Lebensgefühl
Farah teilt auch ihre Gedanken darüber, wie House Dance sie in ihrem täglichen Leben beeinflusst hat: nicht nur als Technik oder Stil, sondern als Lebensgefühl. Tanz wird dabei nicht in Kategorien wie „richtig“ oder „falsch“ gepresst, sondern als eine Form von persönlicher Freiheit verstanden – mit all seinen Wurzeln, Geschichten und Ausdrucksmöglichkeiten.
„House ist nicht nur ein Stil. Es ist ein Raum, eine Community, eine Geschichte – und ein Gefühl von Freiheit.“
Ein offenes, ehrliches Gespräch – und ein Geschenk für alle
Das Interview mit Farah Deen im Summer of HipHop Podcast war mehr als eine typische Artist‑Story. Es war ein Gespräch über Tanzkultur, Geschichte, Identität, Spiritualität und Community. Mark Gerowski und Farah haben hier nicht nur Tanztechniken beleuchtet, sondern etwas viel Tieferes: Was es bedeutet, sich selbst durch Bewegung auszudrücken – und wie Tanz Menschen zusammenbringen kann, über Unterschiede hinweg.
Für alle, die deepen Input suchen, öffnen diese Podcast‑Episoden einen Raum des Zuhörens, Nachdenkens und Fühlens.
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Hier geht’s zum kompletten Offstage Podcast mit Farah Deen:
👉https://www.youtube.com/watch?v=YnWx1Xe-ftY






