Sydney Amoo – Vom Freestyle zur Freiheit: Ein tiefgründiges Gespräch beim Summer of HipHop Podcast
Beim Summer of HipHop 2025 traf Podcast‑Host Mark Gerowski im eigens eingerichteten Offstage Podcast‑Studio auf zahlreiche Persönlichkeiten der Szene. Ein besonders herzliches und aufschlussreiches Gespräch führte er mit Sydney Amoo, auch bekannt als Lil’Syd – Tänzer, Host, Coach und einer der wichtigsten Stimmen der Urban‑Dance‑Community.
Sydney ist für viele Teilnehmende nicht nur wegen seiner Moves ein Highlight, sondern vor allem wegen seiner authentischen Art, seiner Musikalität und seiner positiven Haltung zum Tanz und zur Kultur.
Tanz und Freestyle als Ausdruck von Freude und Energie
Im Gespräch erklärt Sydney, dass Freestyle für ihn mehr als ein Tanzformat sei: Er sieht darin eine Möglichkeit, Emotionen direkt zum Ausdruck zu bringen und Spaß an der Bewegung zu haben. Für ihn geht es nicht um Perfektion oder darum, andere zu beeindrucken – vielmehr geht es um authentischen Ausdruck, Freude und Begegnung.
„Tanzt du mit Freude, dann spüren das auch alle anderen. Authentizität ist das, was bleibt.“
Sydney sieht Tanz als Spielplatz für Kreativität: Er nutzt seine Energie, seinen Humor und seinen eigenen Stil, um andere Menschen zu inspirieren und eine positive Stimmung auf der Tanzfläche zu schaffen.
Der „Clown“ – ein Ausdruck von Persönlichkeit und Leichtigkeit
Eine besondere Rolle im Interview spielt Sydneys „Clown‑Character“. Dieser ist kein Kostüm, sondern Teil seiner Persönlichkeit auf der Fläche. Er ist Ausdruck von Selbstvertrauen, Humor und einer Haltung, die Nervosität in kreative Energie verwandelt.
Sydney erklärt, dass er oft vor Runden ein wenig nervös ist – nicht aus Angst, sondern weil ihm das Adrenalin und das Gefühl intensiver Präsenz auf der Fläche wichtig sind. Seine Strategie, diese Energie in Leichtigkeit umzuwandeln, macht seine Auftritte so mitreißend.
Musikalität, Intuition und Spiel mit Beats
Ein weiteres zentrales Thema des Gesprächs war Sydneys Umgang mit Musik. Anders als viele, die bewusst Tracks lernen oder sich auf bekannte Lieder vorbereiten, reagiert Sydney intuitiv und spontan auf musikalische Strukturen. Seine musikalische Sensibilität kommt ohne vorheriges Wissen über den Song aus – er liest Beats, Harmonien und Dynamiken direkt im Moment, was seine Runden besonders lebendig und überraschend macht.
Diese intuitive Musikalität wird als ein zentrales Element seines Stils beschrieben – nicht weil er jeden Song kennt, sondern weil er die Musik mit seinem Körper und seiner Sensibilität verbindet.
Spaß über Sieg: Haltung in Battles und im Training
Sydney spricht offen darüber, dass der Spaß am Tanzen immer im Vordergrund stehen sollte, selbst in kompetitiven Kontexten wie Freestyle‑Battles. Für ihn ist ein Battle nicht nur ein Wettbewerb, sondern vor allem eine Plattform für Ausdruck, Begegnung und positive Energie.
Er beobachtet, dass viele Tänzer*innen heute zu verkrampft performen oder sich zu sehr auf Technik und Sieg konzentrieren. Sydney hingegen lädt dazu ein, Freude, Neugier und Persönlichkeit in die Runde zu bringen – unabhängig vom Ergebnis.
Coaching, Community und der Blick nach vorne
Im Podcast erklärt Sydney auch seine Rolle als Coach und Lehrer: Er möchte Menschen nicht nur Tanzschritte beibringen, sondern sie ermutigen, ihr authentisches Tanzen zu entdecken. Disziplin und regelmäßiges Üben sind für ihn zwar wichtig, aber immer verbunden mit Freude, Selbstverwirklichung und Gemeinschaft.
Sein Ziel ist es, eine eigene Tanzschule aufzubauen – ein langfristiger Traum, der für ihn weniger ein Monument des Erfolgs, sondern vielmehr ein Ort des Austauschs, der Begegnung und des gemeinsamen Wachstums ist.
Sydney betont, dass er den Weg dahin bewusst selbst gehen möchte, mit allem, was dazugehört. Dabei nimmt er sowohl seine Erfahrungen aus dem Training als auch die Freude am Tanzen mit.
Dance Camps als kulturelle Erlebnisräume
Ein weiterer Punkt des Gesprächs war der Mehrwert von Dance Camps wie dem Summer of HipHop. Für Sydney sind diese Formate mehr als Unterricht – sie sind kulturelle Erlebnisräume, in denen Tänzer*innen sich intensiv austauschen, lernen, lachen und wachsen:
- Rahmen für Austausch: Internationale und nationale Tänzer*innen treffen aufeinander.
- Intensive Gemeinschaft: mehrere Tage Tanz, Partys, gemeinsame Energie und neue Verbindung.
- Raum für Kreativität und Spaß: Training und Feiern, Austausch und Bewegung in einem Umfeld, das Gemeinschaft fördert.
Sydney beschreibt, wie sehr ihn genau dieser Mix begeistert: Die Atmosphäre, die Menschen und die Vielfalt der Erfahrungen machen Dance Camps zu einem besonderen Erlebnis.
Positive Haltung, Humor und Persönlichkeit
Was in Sydneys Aussagen immer wieder deutlich wird, ist seine positive Haltung zum Leben, zur Kultur und zum Tanz. Er spricht über sein Umfeld, seine Beziehung zu Menschen, die ihm wichtig sind, und darüber, wie wichtig es ist, offen, entspannt und echt zu sein.
Ein Charakterzug, der im Gespräch mehrfach hervorgehoben wird, ist Sydneys Humor – nicht um zu unterhalten um jeden Preis, sondern um Freude zu verbreiten, Verbindung zu schaffen und Menschen einzuladen, selbst Spaß zu haben.
Fazit: Sydney Amoo als inspirierender Charakter der Szene
Das Podcast‑Interview zeigt Sydney Amoo nicht nur als starken Tänzer und musikalischen Freestyler, sondern als authentische Persönlichkeit, die Tanzen als Ausdruck von Freude, Identität und Gemeinschaft lebt. Seine Perspektive lädt dazu ein, Tanz nicht nur als Technik, sondern als Lebensgefühl, Ausdrucksmittel und soziale Erfahrung zu sehen.
Sydney bleibt beim Thema Spaß, Authentizität und persönlichem Ausdruck konsequent: Er steht für eine Haltung, in der Tanzen Freiheit bedeutet – für die Musik, für den Körper und für die Seele.
🎧 Das vollständige Interview gibt es im Offstage Podcast auf YouTube.







